Samstag, 30. Mai 2009

Mein erster Besuch aus Deutschland

Hallo Leute,

letzte Woche hat mich ein Freund und Feuerwehrkollege aus Deutschland besucht. Wir haben einiges unternommen wie z.B.
ein Besuch im Emirates Palace in Abu Dhabi, Jabel Hafeet in Al Ain oder die Atlantis The Palm in Dubai.
Über das Wetter bra
uch man sich hier ja kaum Gedanken zu machen - ehr darüber, dass man keinen Sonnenbrand bekommt.


Tim, gerade angekommen...



In Dubai am Jumeirah Beach und im Hintergrund das Burch Al Arab



Ich hab mal geschaut, wie das Wasser ist



Atlantis The Palm (Hotel auf der Palme) in Dubai



Emirates Palace in Abu Dhabi



Hier bekommt man einen Cappuccino mit Goldflocken drauf







Am Tag der Abreise


Schön war´s, nur leider viel zu kurz - aber Du kommst ja noch mal hast Du gesagt ;-))

Lieben Gruß
Maurice







Mal was anderes

Hi Leute,

heute mal ein kurzer Bericht von meinem bisher größten Einsatz hier.

Am 02.05.09 sitze ich Abends gegen 21 Uhr an meinem Rechner zu Hause, es ist der erste von drei freien Tagen für mich. Bin grade am Mails checken bzw. schreiben, als es bei uns (mein Mitbewohner und Kollege und mir) an der Tür klingelt. Mein Mitbewohner öffnet die Tür, ein anderer Kollege fragt ob ich da sei. Ich hab dann durch die ganze Wohnung geschrien „jaaaaaaaaaaa ich bin da, was gibt es?“ Darauf hin mein Kollege zu uns beiden: „los fertig machen – Einsatz – Menschenleben in Gefahr!“ Nun waren alle deutschen gefordert, die frei hatten und verfügbar waren. Ich springe auf, zieh mich an und schnapp mir meine Tasche wo meine Einsatzuniform drin ist und steige in das Auto von meinem Mitbewohner der mit meinem anderen Kollegen schon mit laufendem Motor auf mich wartet.

Wir fahren zur Einsatzstelle. Nun könnt Ihr Euch das in etwa so vorstellen. Zur Rushhour in Frankfurt von A nach B zu kommen ist schwer, aber hier ist es noch schwerer. Die fahren hier wie depp und wenn man es eilig hat, dann ist es noch schlimmer. Also, wir haben bestimmt 15 – 20 Minuten gebraucht für etwa 5 km. Dort angekommen konnte ich schon sehen, dass es kein „normaler“ Einsatz werden würde. Eine riesen Menschtraube hatte sich bereits versammelt rund um das Gebäude – mitten drin die Einsatzkräfte unserer beiden Wachen und die der Civil Defence (das ist, kann man sagen, die örtliche Feuerwehr) Ich schätze – nach dem Einsatz gesehen – waren es bestimmt um die 100 Feuerwehrleute +/- (bestehend aus deutsche, türken und locals).

Ich hab mich dann einfach zwischen Einsatzstelle und Menschenmenge umgezogen. Bereitstellungsraum war dann unser GW-Atemschutz.

Über die Drehleiter wurden im vorderen Bereich bereits Personen aus etwa 10 Metern gerettet. Seitlich waren noch Bewohner auf einem Balkon zu sehen, welche man versucht hat, mit der Steckleiter zu retten. Wie ihr Euch sicherlich denken könnt – Einsatzhöhe 7 Meter – da fehlte noch ein ganzes Stück… Was ich auch gesehen habe, dass einige versucht haben sich selbst aus den Fenstern abzuseilen. Mit zusammengeknoteten Bettlacken oder noch schlimmer mit dünnen Nylonschnüren. Also, Breitstellungsraum war der GW. Ich musste auch nicht lange warten und bekam den Befehl mit drei anderen Kollegen in das Gebäude zu gehen, weil da noch Menschen am Fenster standen.
Wir haben uns komplett ausgerüstet mit allem was wir hatten und sind zu viert los. Unterwegs kam uns ein Trupp entgegen, der eine Person mit Fluchthaube noch unten gebracht hat – die Person konnte selbständig laufen. Wir an ihnen vorbei – 5. Stock. Ich war alleine von den Treppen schon schlag kaputt. Aber es half ja nichts. Wir sind dann in die Etage rein und fanden dort 2 leblose Menschen. Glücklicherweise kam gleich hinter uns noch ein Trupp. Dieser hat die eine Person gleich mit nach unten genommen. Wir vier haben dann die andere Person versucht nach unten zu bringen.
Wir hatten einen Mann der meiner Meinung nach schon Tot war. Ich schätze er wog etwa 120 kg und war etwa 175 groß. Wir haben versucht ihn an allen vier Seiten anzuheben aber das hat nicht funktioniert. Auch mit dem Rauteckgriff ging es nicht – er war einfach zu schwer. Wie gesagt, wir waren vier Leute. Wir hatte extrem viel Mühe, die Person aus dem Zimmer zu bekommen.
Endlich geschafft ging es nun die Treppen runter – Stück für Stück. Es war echt eine Tortur. Wir alle hatten kaum noch Kraft aber wir mussten ihn ja raus bekommen.
Unten angekommen haben wir uns erst mal verschnauft. Literweise Wasser getrunken und das Treiben von außen angeschaut. Zu diesem Zeitpunkt wurden immer noch Menschen vermisst. Es konnte keiner sagen, wie viele. So blieb meinem Einsatzleiter und seinem Stellv. nichts anderes übrig, als das Gebäude von oben bis unten durchsuchen zu lassen. Weiterhin musste der Brand auch noch bekämpft werden. Dieser ist wohl im Keller des Gebäudes ausgebrochen. (Bilder seht Ihr unten im Link, dass ist das Bild mit den vielen Klamotten) Der heiße und tiefschwarze Rauch ist dann in das Treppenhaus des Gebäudes gedrungen und hat somit den Fluchtweg der Menschen abgeschnitten. Mehrere Trupps unter PA sind von einem im Erdgeschoss befindlichen Geschäft in den Keller um dort das Feuer zu löschen. Die Kollegen sind aber nicht sehr weit gekommen, da der Keller ein Vorrats- und Verkaufsraum für Textilen (wie bei C&A auf einer Etage nur alles auf viel kleinerem Raum) war und diese ein Durchkommen verhindert haben.
Es muss auch eine enorme Hitze gewesen sein. Der Helm des einen Kollegen war super heiß als er raus kam. Diesen Angriff haben wir 5 oder 6 mal gestartet. Zwischenzeitlich konnten wir in den komplett verschlossenen Kellerraum eine Abluftöffnung schaffen, in dem wir die Glasbausteine welche über dem Keller als weg eingebaut waren, eingeschlagen haben. Es war etwa eine Fläche von 2x4 Metern.
Kaum hatten wir die Steine eingeschlagen, ist uns auch der Rauch entgegengekommen. Mit mehreren Strahlrohren haben wir dann versucht, dass Feuer zu löschen. Dies zog sich über 1 bis 2 Stunden hin da es vier Anordnungen dieser Galsbausteineinfassungen gab. Nach einiger Zeit hat man beschlossen zwei Leichtschaumgeneratoren zu besorgen und somit den Keller zu fluten. Es mussten Massen von Schaummittelkanistern geschleppt werden (einer wiegt etwa 35 kg). Diese Aufgabe haben die deutsch und die türken übernommen.
Den Keller haben wir wie gesagt geflutet, was bis in die frühen Morgenstunden gedauert hat. Es hat funktioniert… Wir konnten dann klar Schiff machen. Die Erschöpfung war jedem anzusehen.

Um etwa viertel nach acht konnten wir dann der nachfolgenden Tagschicht die Einsatzstelle übergeben, welche den Keller nochmals kontrollierten und weiter aufräumte. Hier ein paar mehr Worte bzw. Bilder

http://www.quick-intervention.com/index.php?option=com_content&view=article&id=381:brand-mit-menschenrettung-in-al-ain&catid=53:brandeinse&Itemid=100#

Liebe Grüße und bis bald Maurice